Home » Schulleben » Fahrten und Austausch » Saint-Malo-Austausch

Saint-Malo-Austausch

Deutsch-französische Beziehungen

Schüleraustausch mit dem Lycée Cartier und dem Collège Charcot in Saint-Malo

Den Beginn des Austausches mit Saint-Malo haben wir den beiden Kollegen Herrn Karl-Heinz Klump und Mademoiselle Thérèse Delcroix zu verdanken, die sich in den 80er Jahren auf einer dt.-frz. Fortbildung kennen gelernt haben.

Ca. 30 Jahre lang hatten wir mit dem Collège Charcot eine Partnerschule, in der Deutsch als Fremdsprache von großer Bedeutung war. Leider sind die Zahlen der Schüler, die Deutsch lernen in Frankreich stark rückläufig, was sich auch auf die Partnerschaft mit dem Collège Charcot ausgewirkt hat. Aus dieser Schule nehmen inzwischen leider nur noch sehr wenig Schüler am Austausch teil. Diese (traurige) Tatsache unterstreicht die Bedeutung einer solchen deutsch-französischen Begegnung. Seit 3 Jahren haben wir nun mit dem Lycée Cartier einen weiteren Partner gefunden, mit dem wir zusammenarbeiten, so dass weiterhin recht konstant Jahr für Jahr jeweils 20-25 Schüler und Schülerinnen am Austauschprogramm teilnehmen können.

Wir haben Jahr für Jahr allerdings weitaus mehr als 20-25 Bewerber(innen), was dazu führt, dass eine Teilnahme am Austauschprogramm durchaus als eine Art Auszeichnung verstanden werden kann.

Das Angebot richtet sich aktuell an Schüler 9. Klassen, die Französisch als 2. oder 3. Fremdsprache lernen und in Ausnahmefällen an Schüler der 8. Klassen mit Französisch als 2. FS. Im Frühjahr fahren wir für 10 Tage nach Saint-Malo und im Frühsommer kommen die Franzosen zu uns. Schüler und Lehrer wohnen bei ihrem jeweiligen Austauschpartner.


Feste Bestandteile des Programms in Saint-Malo sind:

Hospitationen im Unterricht, Stadtführungen, ein Museumsbesuch oder der Besuch einer Gedenkstätte, 2 Ganztagsexkursionen, ein sportlicher Wettkampf (Handball, Basketball oder Fußball) oder eine sportliche Begegnung am Meer (Beachvolleyball oder Strandsegeln). Und je nach Wetterlage locken natürlich die zahlreichen Strände rund um Saint-Malo.

Das Wochenende wird in den Gastfamilien verbracht.

Die Korsarenstadt Saint-Malo liegt im Nordosten der Bretagne unmittelbar am Meer und an der Mündung der Rance, gegenüber von Dinard und unweit vom berühmten Mont-Saint-Michel. Unsere Partnerschule liegt nicht in der von einer Stadtmauer umgebenen Altstadt von Saint-Malo (Intra Muros), sondern im benachbarten Stadtteil Saint-Servan, der mit seiner Innenstadt, seinen Stränden, Aussichtspunkten, Hafen- und Parkanlagen mindestens ebenso reizvoll ist.

Es ist schwierig die Qualität und die Bedeutung, die diese deutsch-französische Begegnung für unsere Schüler hat, in Worte zu fassen. Die beigefügte Bilderfolge kann das sicher besser dokumentiert als dieser Artikel.

Für den Großteil unserer Schüler ist der 10tägige Besuch in Saint-Malo der erste „Gehversuch“, sich alleine in einem fremden Land mit einer fremden Sprache zurecht zu finden. Sicherlich kann man nicht davon ausgehen, dass in dieser recht kurzen Zeit enorme sprachliche Fortschritte gemacht werden, aber unsere Schüler machen die positive Erfahrung, dass sie sich verständlich machen können und dass sie sich besser in der französischen Sprache bewegen können, als sie vorher gedacht haben. Letzteres ist ausgesprochen motivierend, sodass wir nach dem Austausch bei Schülern häufig deutliche Leistungssteigerungen im Fach Französisch erleben.

Mindestens ebenso wichtig wie die Erfahrung mit der Fremdsprache, ist das Leben in der Gastfamilie, das Kennenlernen der Lebens- und Essgewohnheiten der Franzosen, der französischen Kultur im allgemeinen und natürlich der verschiedenen Eindrücke von der Bretagne, die die Exkursionen mit sich bringen:

Die 2-3 stündige Wattwanderung durch die Bucht des Mont-Saint-Michel, die in der Normandie startet und am Mont-Saint-Michel endet, ist sicherlich ein unvergessliches Erlebnis. Auf dieser Wanderung müssen 3 Priele durchlaufen werden, in denen Schüler und Lehrer schon mal durchaus bis zur Hüfte im Wasser „versinken“ können. Und wenn der Wattführer noch anschaulich zeigt, wie gefährlich Treibsand ist, um kurze Zeit später auf Flamingos aufmerksam zu machen und der Mont-Saint-Michel immer näher rückt, bis man schließlich – dort angekommen und von Watt und Sand gesäubert – die steilen Stufen zur Abtei hochgelaufen ist, dann kann man sich eigentlich kaum noch etwas Schöneres wünschen.
Aber auch andere Exkursionen haben ihre Reize. Stellvertretend seien hier einige genannt: die Exkursion in die „Austernstadt“ Cancale mit dem hervorragenden Austernmuseum und der Verköstigung, die den Besuch – nicht für alle Schüler - abrundet, die 2stündige Bootsfahrt auf der Rance von Saint-Malo nach Dinan, die Wanderung entlang der Küste von Cancale zur Pointe du Grouin, Strandsegeln in Cherrueix mit Blick auf den Mont Saint Michel und die Wanderung sowie der Strandaufenthalt auf der wunderschönen Ile de Bréhat.

Seit 1992 fahre ich mit unseren Schülern regelmäßig nach Saint-Malo und ich kann versichern, dass ich jeden Austausch aufs Neue genieße. Es ist schön zu erleben, wie schnell sich unsere Schüler an die jeweiligen Gegebenheiten anpassen, wie intensiv sie Land und Leute entdecken und studieren, wie schnell sie die Unterschiede der Schulsysteme erfassen, wie – relativ - sicher sie sich nach wenigen Tagen in der Fremdsprache bewegen, wie Freundschaften entstehen und wie froh und glücklich sie doch fast alle über diese 10 Tage in Saint-Malo sind.

Einen schöneren Ort kann man sich für diese Art deutsch-französischer Begegnung kaum vorstellen.

Anke Rogge

(Vorsitzende für das Fach Französisch und Organisatorin des Schüleraustausches)

© 2019 ǀ Otto-Kühne-Schule Godesberg GmbH

Wir nutzen Matomo zur Erfassung und Analyse verschiedener statistischer Daten. Die Speicherung erfolgt immer anonym. Derzeit ist die Matomo Analyse aktiviert.Matomo deaktivierenNachricht verbergen