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IVK

Die IVK – unverändert wichtig und ein tolles Beispiel für gelebte Solidarität am Päda

Was bedeutet IVK eigentlich?

IVK steht für Internationale Vorbereitungsklasse. Im Februar 2016 wurde diese Klasse durch die Initiative von Frau Dr. Coester mit Unterstützung des Schulträgers des Päda für Jugendliche aus Kriegs- und Krisengebieten erstmals eingerichtet.

Brauchen wir die IVK noch immer?

Jugendliche aus Kriegs- und Krisengebieten kommen auch nach der großen Flüchtlingswelle 2016 immer noch nach Deutschland. Sie sind unterschiedlich alt, verfügen über unterschiedliche Wissensstände, sind mitunter mehrere Jahre auf der Flucht gewesen und haben keinen regelmäßigen Unterricht erhalten.
Viele der Jugendlichen sind ohne ihre Eltern (unbegleitet) nach Deutschland – schließlich nach Bonn – gekommen und wohnen im Kinder- und Jugendheim „Maria im Walde“, im Godesheim oder einer anderen Einrichtung.
Inzwischen gibt es auch vermehrt Familien aus osteuropäischen Ländern, die aus unterschiedlichsten Gründen nach Deutschland kommen und deren Kinder zunächst Deutsch lernen müssen, bevor sie am Regelunterricht teilnehmen können. Aus der als „Flüchtlingsklasse“ gegründeten IVK hat sich daher regelrecht eine internationale Klasse entwickelt mit derzeit 24 Schülern und Schülerinnen aus Syrien und Afghanistan, Guinea und Somalia, aber auch aus Angola, Kasachstan, der Ukraine, Polen und Pakistan. Damit knüpft die Päda-IVK in gewisser Weise an die langjährige Tradition des Päda aus Internatszeiten an, Schüler und Schülerinnen aus dem Ausland aufzunehmen und zu integrieren.

Wie hilft die IVK konkret?

Die vorgenannten Unterschiede gilt es in einer Klassengemeinschaft individuell zu berücksichtigen. Daher braucht und erhält jede Schülerin, jeder Schüler der IVK einen individuellen Lernplan. In jedem Fach - außer Deutsch werden auch Mathematik, Englisch, Biologie, Geschichte, Politik sowie Kunst, Musik und Sport unterrichtet - gibt es mehrere verschiedene Leistungsniveaus. Eine solche Binnendifferenzierung ist nur mit Hilfe von zusätzlichen ehrenamtlichen Helfern neben dem engagierten Einsatz der Lehrer und Lehrerinnen zu leisten: Viele Mütter von Päda-Schülerinnen und Schülern unterstützen intensiv - je nach Bedarf - die Schüler und Schülerinnen der IVK und leisten damit eine unverzichtbare Hilfe.
Natürlich nehmen alle Schüler und Schülerinnen der IVK auch an Aktivitäten und Veranstaltungen mit den deutschen Schülerinnen und Schülern des Päda teil, um möglichst schnell in die Schulgemeinschaft integriert zu werden.

Wie lange besucht ein Schüler die IVK?

Das wesentliche Ziel der IVK ist es, die Schülerinnen und Schüler so schnell wie möglich, in der Regel nach zwei Jahren, an der für sie individuell passenden „Stelle“ des Bildungssystems einzugliedern. Das bedeutet: Aufnahme in eine sog. „Regel“klasse am Päda oder an einem anderen Gymnasium oder ein Wechsel zu einem Berufskolleg oder auch an eine Internationale Förderklasse einer anderen Schulform. Ältere Schülerinnen und Schüler können auch einen externen Hauptschulabschluss ablegen oder in ein vom Jobcenter betreutes Ausbildungsprojekt wechseln.

Gelingt die Integration tatsächlich in den Schulalltag?

Auch nach dem Übergang in eine Regelklasse benötigen die Schüler oftmals zusätzliche Unterstützung und Förderung. Hier hilft vor allem das Tutorium: die Hausaufgabenbetreuung für ältere Schüler und Schülerinnen. Unter der fachkundigen Anleitung von Lehrern und Studenten wird in Deutsch, Mathe oder Englisch „nachgebessert“. So wird auch der Übergang in die gymnasiale EF für Schüler und Schülerinnen machbar, die erst seit wenigen Jahren Deutsch lernen.
In den letzten drei Jahren konnten bereits zwölf Schüler in die Oberstufe des Päda aufgenommen werden. Fünf Jungen und Mädchen besuchen derzeit schon zum großen Teil den Unterricht einer Regelklasse der Mittelstufe. 15 Schüler haben bereits einen Schulabschluss am Päda geschafft und befinden sich in einer Ausbildung.
Alle Jugendlichen haben aber vor allem von dem „Päda-Alltag“ profitiert, konnten durch gelebte Normalität, Solidarität und Mitmenschlichkeit ihre oft furchtbaren Fluchterfahrungen etwas vergessen und ein Stück weit in ein „normales“ Leben zurückfinden.

Kirsten Hüttemann und Ursula Coester

© 2019 ǀ Otto-Kühne-Schule Godesberg GmbH

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